Diamant (Ratgeber)

Der Diamant

Der Diamant

Die kubische Modifikation des chemischen Elements Kohlenstoffs wird als Diamant bezeichnet. Soviel zur relativ nüchternen Darstellung eines Stoffs der die Menschen seit Jahrtausenden fasziniert. Ob in den Kronjuwelen des englischen Königshauses oder den unzähligen mythischen Sagen und Geschichten, Diamanten sind aus der Menschheitsgeschichte nicht mehr wegzudenken.

In den folgenden Absätzen möchten wir Ihnen einen kurzen Einblick in den spannenden Bereich der Gemmologie geben. Hierzu befassen wir uns zuerst mit Etymologischen und dem geschichtlichen Hintergrund des Diamanten. Gehen dann auf dessen natürlichen und synthetischen Entstehungsprozess ein um dessen Wertigkeit und die damit eng verbundenen 4 Cs (Cut, Clarity, Colour, Carat) etwas genauer zu erläutern. Zudem werden die populärsten Schliffarten für Diamantschmuck vorgestellt und eine Übersicht über die wertvollsten und berühmtesten Diamanten der Welt gegeben.

Abschließend setzten wir uns kritisch mit der Methodik der Diamantbestimmung auseinander und geben wertvolle Tipps und Tricks.

Etymologie und geschichtlicher Hintergrund

Das Wort Diamant leitet sich aus dem spätlateinischen Begriff oder ab, welches eine sprachliche Adaption, des altgriechischen <adamas> "unbezwingbar" darstellt. Den Diamant als "den Unbezwingbaren" zu bezeichnen macht auch heute noch Sinn, da in der Härteskala nach Mohs der Diamant mit einem Wert von 10, den härtest bekannten natürlichen Stoff darstellt.

Die ältesten verzeichneten Diamantenfunde gehen bis auf das Jahr 4000 v.Chr. zurück. Allerdings wurden Diamanten in Indien weder bearbeitet noch selbst als Werkzeug benutzt, da man glaubte sie würden dadurch Ihre magische Wirkung verlieren. Dass sich Diamanten bearbeiten und somit auch schleifen lassen, wurde erst im 13. Jahrhundert n.Chr. entdeckt. Den heute gebräuchlichen und fast typischen Brillantschliff bei Diamanten entwickelte man sogar erst 1910.

Natürliche Entstehung

Diamanten bilden sich in der Regel nur im Erdmantel und das nur zwischen Tiefen von 150 und 660 Kilometern. Nur hier herrscht die richtige Druck-Hitze Kombination in Verbindung mit ausreichenden Kohlenstoff (Grafit) Vorkommen, dass Diamanten auf natürlichem Wege entstehen können.

Da sich der Abbau in solchen Tiefen als nahezu unmöglich darstellt, ist man auf den Transport der Steine zur industriellen Förderung auf natürlichem Weg angewiesen. Vulkane fördern üblicherweise durch Eruptionen Diamanten an, oder in die Nähe der Erdoberfläche. Erst durch diese natürlichen Prozesse ist der industrielle Abbau von Diamanten überhaupt möglich. Kometeneinschläge können ebenfalls zur Bildung von Diamanten führen. Allerdings sind die in und um den Kratern gefundenen Diamanten viel zu klein für die Schmucksteinverwendung.

Synthetische Herstellung

1953 gelang es erstmals dem Physiker Erik Lundblad einen Diamanten synthetisch herzustellen. Mit Hilfe des Hochdruck-Hochtemperatur –Verfahrens ist es seit 1955 möglich Diamanten künstlich herzustellen. Der Grundstoff Graphit wird mit der Zugabe eines Katalysators zur Beschleunigung, mit Hilfe einer hydraulischen Presse unter derart hohem Druck zusammengepresst (60000 Bar), dass sich Graphit durch Druck und Hitze in Diamant umwandelt. Trotz der Zugabe von Katalysatoren dauert der Prozess der Umwandlung noch einige Wochen.

Außerdem lassen sich Diamanten noch mit der Detonationssynthese oder der Schockwellensynthese erzeugen. Beide Verfahren arbeiten mit Sprengstoffen um den benötigten Druck und die notwendige Hitze für den Umwandlungsprozess zu erzeugen.

Schema Idealer & Fehlerhafter Schliff

Seinen Wert als Schmuckstein erhielt der Diamant aufgrund seiner außergewöhnlichen Lichtbrechungseigenschaften, dem enormen Glanz und der auffallenden Dispersion. Diese Eigenschaften werden im Brillantschliff am besten genutzt um eine maximale Lichtreflexion zu erreichen und umso das oft zitierte "Feuer" im Auge des Betrachters zu erzeugen.

Die Standardanzahl der Facetten im Brillantschliff liegt bei 57 (58 wenn man die Kalette also die untere Spitze des Diamanten als Fläche mitzählt).

Ein idealer Schliff leitet das Licht über die Tafel (obere Fläche) ins Innere des Diamanten. Die unten seitlichen liegenden Halefis oder Kalettenkanten spiegeln die Lichtstrahlen zur gegenüberliegenden Seite und verhindern somit den Austritt der Lichtwelle. Die Ausgabe der Lichtwelle erfolgt über die oberen Facetten des Brillanten, welche das typische Funkeln erzeugen.

Ein Diamantär steht jedoch bei jeden Rohdiamanten vor immer dem gleichen Dilemma. Zum einen steigt die Rentabilität des Diamanten mit der Güte des Schliffs, verringert sie aber zugleich durch den unweigerlich entstehenden Gewichtsverlust. Der Gewichtsverlust eines Rohdiamanten zu einem "idealen Schliff" kann bis zu 70% betragen.

Die 4 Cs

Vier Eigenschaften bestimmen maßgeblich den Wert eines Diamanten, auch bekannt als die 4 Cs. (Cut, Clarity, Carat, Colour).

Im folgenden Absatz wird kurz auf die wertbestimmenden Eigenschaften eines Diamanten eingegangen.

Schliff (Cut)

Schema Diamant

Erst der Schliff verwandelt Rohkristalle in funkelnde Edelsteine. Über Jahrhunderte wurden die Techniken zur Veredlung des seltenen Materials weiterentwickelt, um das Feuer in Diamanten zu entfachen.

Grundsätzlich wird zwischen zwei Stilen entschieden. Ein Rohedelstein kann entweder facettiert oder poliert werden.

Bei der Facettierung wird der Rohkristall in die typische geometrische Form gebracht die zur optimalen Lichtbrechung führt. Nicht facettierte Edelsteine wie zum Beispiel der typische Cabochonsschliff weisen runde Formen auf, die durch eine spezielle Poliertechnik erreicht wird.

Bei facettierten Diamanten wird die sogenannte Güteklasse des Schliffs in fünf Stufen unterteilt.

  1. Güteklassen des Schliffs
    1. Idealer Schliff (Optimale Proportionsverhältnisse sorgen für maximale Brillanz)
    2. Sehr gut (Hervorragende Proportionen und Brillanz, kaum äußere Merkmale)
    3. Gut (wenige äußere Merkmale, gute Brillanz jedoch Proportionen mit leichten Abweichungen)
    4. Mittel (geminderte Brillanz, vermehrte äußere Merkmale sowie erhebliche proportionale Abweichungen)
    5. Gering (Stark geminderte Brillanz, deutliche proportionale Abweichungen sowie zahlreiche und/oder große Abweichungen)

    Einschlüsse und andere optische Eigenschaften des Rohdiamanten haben zu der Entwicklung verschiedenster Schliffarten geführt. Brillanz, Lüster und Farbgebung sind nicht die einzigen Wertbestimmenden Eigenschaften des Diamanten, sondern auch sein Gewicht, angegeben in Karat. Ein Diamantschleifer hat also nicht nur die Aufgabe einen Diamanten in oberster Güteklasse zu schleifen sondern sich auch für eine Schliffart zu entscheiden, die in einem möglichst hohen Gesamtgewicht des Steins resultiert.

    Im folgenden Teil b) wird ein kurzer Überblick über die möglichen Schliffarten gegeben.

  2. Schliffarten des Diamanten

    Marquiseschliff

    Marquiseschliff

    Brilliantschliff

    Brilliantschliff

    Rundschliff

    Rundschliff

    Trilliantschliff

    Trilliantschliff

    Ovalschliff

    Ovalschliff

    Tropfenschliff

    Tropfenschliff

    Carréschliff

    Carréschliff

    Herzschliff

    Herzschliff

    Smaragdschliff

    Smaragdschliff

    Baguetteschliff

    Baguetteschliff

    Prinzessschliff

    Prinzessschliff

    Antikerkissenschliff

    Antikerkissenschliff

    Octagonschliff

    Octagonschliff

    Briolettschliff

    Briolettschliff

    Trapezschliff

    Trapezschliff

    Hexagonschliff

    Hexagonschliff

Gewicht (Carat)

Samen Johannisbrot

Wie zuvor schon kurz angesprochen wird mit dem sogenannten Karat die Masse, sprich das Gewicht von Edelsteinen angegeben. Ein metrisches Karat beträgt 0,2g.

Seinen Ursprung hat das Gewicht des Karat in dem getrockneten Samen des Johannisbrotbaumes, da sie früher als sehr gewichts- und größenkonstant galten und als daher als Referenz dienen konnten.

Heute wird das Gewicht eines Diamanten auf ein Hundertstel genau gemessen. Ein Karat wird demnach in 100 Punkte unterteilt die der Entsprechenden genauen Gewichtseinheit zugeordnet werden. Ein Diamant mit 50 Punkten wiegt genau ein halbes Karat. Leider hat das Karat kein gesetzliches Einheitszeichen somit sind mehrere Abkürzungen im Umlauf. In Deutschland wird üblicherweise die Karatzahl mit "Kt" angegeben. In Österreich und der Schweiz wird mit "ct" die Karatzahl angegeben.

Farbe (Colour)

Auch die Farbgebung des seltenen Minerals hat Einfluss auf dessen Wertigkeit. Die sogenannte "Farbbezeichnung" des Diamanten beginnt mit dem Buchstaben D. Ein Diamant mit dieser Farbbezeichnung ist absolut farblos und stellt den bestmöglichen Grad dar. Die Farbbezeichnungen stammen von der 1931 gegründeten Forschungseinrichtung GIA (Gemological Institute of America). Die Farbskala reicht von D (Hochfeines Weiß) bis zu Z (Maximal getönt gelb). Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die von der GIA noch als weiß bezeichneten Farbtöne (1-11).

Nat. Bez. Int. Bez. GIA-Bezeichung Vorkommen Farbton Farbskala
1. Hochfeines Weiß+ River D sehr selten farblos
2. Hochfeines Weiß River E sehr selten farblos
3. Feines Weiß+ Top Wesselton F sehr selten farblos
4. Feines Weiß Top Wesselton G selten fast farblos
5. Weiß Wesselton H selten fast farblos
6. Leicht getöntes Weiß+ Top Crystal I selten fast farblos
7. Leicht getöntes Weiß Top Crystal J selten fast farblos
8. Getöntes Weiß+ Crystal K selten getöntes Weiß
9. Getöntes Weiß Crystal L selten getöntes Weiß
10. Getönt 1 Top Cape M, N reichlich verfügbar getönt
11. Getönt 2 Cape O reichlich verfügbar getönt

Reinheit (Clarity)

Das Maß der "Reinheit" eines Diamanten wird maßgeblich von den Einschlüssen bzw. Verunreinigungen im Stein beeinflusst. Ein Diamant wird mit "fl" (flawless) also als "absolut" rein bezeichnet, wenn die Augen eines Experten selbst bei 10-facher Vergrößerung keine Einschlüsse erkennen. Die anschließende Tabelle gibt einen kurzen Überblick über die verschiedenen Reinheitsklassifizierungen des Diamanten.

Kurzbezeichnung Bedeutung Beschreibung
fl flawless Auch bei 10-facher Vergrößerung lupenrein (keine Einschlüsse und keine äußeren Fehler erkennbar)
if internally flawless Bis auf mögliche Oberflächenspuren von der Verarbeitung lupenreines Inneres
vvs1/vvsi very, very small inclusions Einschlüsse sind auch bei zehnfacher Vergrößerung nur sehr, sehr schwer zu erkennen.
vvs2 very, very small inclusions Einschlüsse sind auch bei zehnfacher Vergrößerung nur sehr schwer zu erkennen.
vs1/vsi very small inclusions Einschlüsse sind bei zehnfacher Vergrößerung schwer zu erkennen.
vs2 very small inclusions Einschlüsse sind bei zehnfacher Vergrößerung zu erkennen.
si1 small inclusions Einschlüsse sind bei zehnfacher Vergrößerung leicht zu erkennen.
si2 small inclusions Einschlüsse sind bei zehnfacher Vergrößerung, jedoch nicht mit bloßem Auge sehr leicht zu erkennen.
pi1 Piqué I Einschlüsse mit bloßem Auge sehr schwer erkennbar, mindern die Brillanz jedoch nicht.
pi2 Piqué II Einschlüsse mit bloßem Auge erkennbar, mindern die Brillanz lediglich schwach
pi3 Piqué III Einschlüsse mit bloßem Auge leicht erkennbar und mindern die Brillanz deutlich.

Die wertvollsten Diamanten der Welt

Name Anmerkung Karat
Culligan Der größte jemals gefundene Diamant. Aufgespallten in insgesamt 105 Steine bilden die größten 9 Stücke einen elementaren Teil der britischen Kronjuwelen. 3016,7
Excelsior Gefunden in Südafrika ist er der zweitgrößte je gefundene Diamant.Er wurde in insgesamt 22 Steine aufgespalten. Der größte davon wiegt stolze 373,75 Karat und befindet sich im Besitz von Robert Mouawad. 995,2
Star of Sierra Leone Wurde 1972 in Sierra Leone zu Tage gefördert. Er ist mit einem Rohgewicht von 193,78 Gramm der drittgrößte je gefundene Diamant der Welt. 968,9
Golden Jubilee Ist der größte geschliffene Diamant der Welt. 1985 in Südafrika gefördert und nach einjähriger Bearbeitungsdauer behielt er ein Gewicht von unglaublichen 545,67 Karat. 1995 erhielt er den Segen von Papst Johannes Paul IIund ist nun Teil der thailändischen Kronjuwelen. 755
Orloff Saß im goldenen Zepter des russischen Zaren und ist heute in der Diamantenfonds Exposition im Kremel, Moskau zu besichtigen. Der Legende nach wurde er aus dem Auge der indischen Götterstatue Brahama gestohlen der daraufhin verflucht worden sei. 189,62
Koh-i.Noor Es ist nicht bekannt wann der Koh-i-Noor gefunden wurde. Sein Fundort lag aber höchstwahrscheinlich in Indien. Heute liegt er im Tower of London. 186
Hope Diamant Sein Fund Jahr ist ebenfalls unbekannt. Der strahlend blaue Diamant taucht in der Geschichte erstmals 1642 auf. Er soll auch im Besitz des selbst ernannten Sonnenkönigs Ludwig XVI gewesen sein. 45,52
Grüne Dresden Der größte von Natur aus grüne geschliffene Diamant. Seine leuchtend grüne Farbe resultiert aus der natürlich vorkommenden Radioaktivität seiner Lagerstätte. Er kann heute im "Neuen Grünen Gewölbe" im Residenzschloss Dresden besichtigt werden. 41

Identifikation echter Steine

Es kommt immer wieder vor das Edelsteinschmuck aus einem alten Familiennachlass aufgefunden wird. Damit stellt sich sofort die Frage, sind die Steine echt? Ist es möglich dies von zu Hause aus unter der Wohnzimmerlampe zu bestimmen?

Allzu oft wird in Zeiten wirtschaftlicher Krisen und hoher Inflationsraten von Diamanten als "sicherer" Geldanlage gesprochen. Doch woher weiß ich, als wo möglicher Laie, ob ich einen echten Diamanten zugeschickt bekomme und ob der bezifferte Wert auch dem wahren Wert entspricht.

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es heutzutage als Laie sehr schwierig, wenn nicht unmöglich ist, einen Diamanten als "echt", also als einen über Jahrmillionen entstandenes Naturprodukt zu bestimmen. Dies liegt eindeutig an dem Jahrhunderte langem Bestreben und letztendlich auch dem Erfolg der "Wissenschaft", Diamanten künstlich herzustellen. Ob dies an dem Bestreben nach Geld und Macht oder dem industriellen Fortschrittsdrang zu schulden ist, möge an anderer Stelle diskutiert werden. Wir raten jedoch immer dazu, Ihren Juwelier des Vertrauens für eine Echtheitsbestimmung aufzusuchen und auch dann, den eigenen Stein nicht aus den Augen zu lassen.

Im kommenden Absatz, wird ein kleiner Überblick über die möglichen Bestimmungsmethoden gegeben sowie deren Risiken bzw. Grauzonen erläutert.

Es gibt Wege und Methoden wie man auch von zu Hause aus einen echten Diamanten von dem wohl bekanntesten Diamant-Imitat, dem Zirkonia unterscheiden zu kann.

Dichte Messung

Ein echter Diamant ist bei gleicher Größe deutlich leichter als ein Zirkonia. Dies liegt an der geringeren Dichte des Diamanten. Ein echter Einkaräter im Brillantschliff hat einen Durchmesser von 6,5mm. Ein Zirkonia im gleichem Schliff und Gewicht kommt lediglich auf einen Durchmesser von 5,4mm. Dieses Prinzip funktioniert natürlich auch andersherum. Haben Sie zwei Steine mit gleichem Durchmesser so wird der Diamant immer deutlich leichter als der Zirkon sein.

Das Problem bei dieser Methode ist allerdings, dass man erstmal einen zertifiziert echten Diamanten mit gleichem Gewicht des zu überprüfenden Exemplars besitzen muss um Vergleichswerte herstellen zu können. Außerdem besteht noch das Problem der Schliffgüte. Sie kann maßgeblich den Durchmesser des Steins bei gleicher Karat Zahl beeinflussen.

Der Glas Test

Laut weit verbreitetem Glauben kann die Unterscheidung eines Zirkonia und eines Diamanten ein Glasschneidetest vollführen. Da ein Diamant Glas schneiden könne, ein Zirkon jedoch nicht. Dies ist jedoch eindeutig nicht der Fall. Hochwertige Zirkone sind durchaus in der Lage Glas zu durchschneiden. Dieser Test eignet sich also nicht zur Überprüfung ob es sich um einen Zirkonia oder um einen echten Diamanten handelt.

Der Bruchtest

Schlagen Sie keines Falls mit einem harten Gegenstand auf den Stein um dessen Echtheit zu überprüfen. Der Diamant ist zwar der härteste natürliche Stoff den wir kennen nichtsdestotrotz ist er relativ einfach spaltbar. Dies liegt an dem molekularen Aufbau des Diamanten. Parallel verlaufende Gitterbindungen legen die Bruchkanten fest.

Der Kondensationstest

Beim Anhauchen von Glasscheiben hält sich die in unserem Atem gespeicherte Feuchtigkeit und kondensiert. Dies geschieht bei echten Diamanten ebenfalls jedoch hält sich die Kondensationsfeuchtigkeit nur über einen Bruchteil der Zeit. Sollte ein von Ihnen angehauchter Edelstein deutlich beschlagen, so können Sie davon ausgehen, dass es sich um keinen echten Diamanten handelt.

Der Wassertropfen Test

Wird ein Tropfen Wasser auf die Tafel des Steins gegeben so bildet sich bei echten Diamanten eine hohe, bogenförmige Kuppel. Ein Zirkonia vermag dies nicht. Ein Wassertropfen zerläuft auf seiner Tafel.

Das Lichtbrechnungsvermögen

Nehmen Sie sich ein weißes Blatt Papier und zeichnen Sie mit einem Stift eine gerade Linie darauf. Nun nehmen Sie Ihren Edelstein und legen Ihn mit der Tafel nach unten auf die Linie. Sollen Sie die Line (gegeben Falls gebrochen) sehen handelt es sich um einen Zirkonia. Echte Diamanten haben einen derart hohen Lichtbrechungsindex das man nicht durch sie hindurch schauen kann.

Wärmeleitung

Der atomare Aufbau von Diamanten sorgt für eine außerordentlich gute Wärmeleitung. Dies hat zur Folge, dass sich echte Diamanten immer kalt anfühlen da sie die Wärme unserer Haut sofort absorbieren. Zirkonia verfügen über äußerst schlechte wärmeleitende Eigenschaften.

Unterscheidung von Diamanten zu anderen Steinen

Moissanite

Vergleich Lichtbrechung Moissanite & Diamant

Quelle: http://cdn.moissanite.com/media/wysiwyg/cms/educate/jfire_faq.jpg

Der wohl am schwierigsten zu erkennende "Diamantdoppelgänger" ist der Moissanit. Selbst Experten haben es schwer Moissanite und echte Diamanten voneinander zu unterscheiden. Ein Diamanttester wird immer einen echten Diamanten anzeigen obwohl ein Moissantit geprüft wird. Dies liegt an der fast identischen thermischen Leitfähigkeit des Moissaniten. Ein Moissanit besteht ebenfalls den weiter oben beschriebenen Dichtetest, da sich das Masseverhalten sehr ähnelt. Er ist ebenfalls annähernd so hart wie echter Diamant und kann auf der Härteskala nach Mohs einen Wert von 9,25 erreichen. Auch beim Kondensationstest und Wassertropfentest zeigen Moissanite und Diamanten die gleichen Ergebnisse. Spezielle Moissantit-Testgeräte werden ständig verbessert. Doch auch sie können kein wirklich verlässliches Ergebnis abliefern, da sich auch die Herstellungsverfahren für Moissanite ständig verbessern. Nur der Lichtbrechnungsindex vermag den Moissaniten zu entlarven, da er doppelbrechende Lichtbrechungseigenschaften besitzt. Dies führt letztendlich dazu, dass es zu einer Facettendopplung kommt und der Moissanite sogar etwas mehr funkelt als der echte Diamant. Allerdings bedarf es ein sehr starkes Mikroskop und das geübte Auge eines Fachmanns um den Effekt der Facettendopplung bestimmen zu können. Bei kleinen Steinen unter 2mm oder selbst bei deutlich größeren aber gefassten Steinen ist eine Unterscheidung nicht zweifelsfrei möglich.

Lose also ausgefasste Steine, können in Dijomethan sicher zweifelsfrei getestet werden. Da Diamant eine Dichte von 3.52, Moissanite eine Dichte von 3.21 und Dijomethan eine Dichte von 3.32 besitzt, geht der Diamant unter. Der Moissantit hingegen schwimmt auf der Oberfläche. Der Teufel liegt jedoch wie immer im Detail. Die Dijomethandichteprüfung bedarf ungefasste Steine.

Ein echter Diamant bricht das Licht nicht in dessen einzelnen Spektralfarben auf sondern reflektiert es fast ungebrochen. Das funkeln eines echtem Diamanten ist demnach farblos. Ein Zirkon hingegen reflektiert ein breites Spektrum an Farben, meist jedoch einen leicht orangen-rötlichen Schein ab.

Weiße Saphire

Hingegen dem Irrglauben, Saphire seien immer blau kommen Saphire in Wahrheit in so gut wie jeder Farbe vor. Die sind mit einer Mohshärte von 9 etwas weicher und somit auch Masseärmer als Diamanten. Weiße bzw. farblose Saphire besitzen nicht den für echte Diamanten typischen hell-dunkel Kontrast in sich. Falls das innere Farbspiel zwischen hell und dunkel eher fließende anstatt scharfe Übergänge aufzeigt handelt es sich wohl möglich um einen weißen Saphir.

Der weiß Topas

Im Gegensatz zum Diamant ist der Weiß Topas deutlich weicher. Ein Diamant gehört zu den härtesten der Menschheit bekannten Stoffe. Es ist also recht unwahrscheinlich Kratzer auf einem Diamanten zu sehen. Sollten doch Kratzer erkennbar sein, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um keinen echten Diamanten sondern um einen Topas.

Zertifikate

Vor allem wenn Diamanten als Wertanlagen in Betracht gezogen werden, sollten Sie nie ohne ein Zertifikat erworben werden. Vertrauenswürdige Echtheitszertifikate die Aufschluss über die DNA eines Diamanten geben, werden nur von der GIA (Gemological Institute of America) dem AGS (American Gem Society) der EGL (European Gemological Labratory) und dem IGI (International Gemological Institute) ausgegeben.

Für nähere Informationen über die einzelnen Institute haben wir hier die jeweiligen Weblinks für Sie zusammengestellt.

GIA
http://www.gia.edu
AGS
http://www.americangemsociety.org
EGL
http://www.eglinternational.org
IGI
http://www.igiworldwide.com

Falls aus irgendeinem Grund kein Zertifikat vorhanden sein sollte Raten wir ausdrücklich von einem Kauf ab. Lediglich ein nachweislicher Fund vor 1953 also dem Herstellungsdatum des ersten gelungen synthetisch hergestellten Diamanten bietet dann eine Sicherheit.

Quellen

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Schliff_%28Schmuckstein%29
  • http://www.leifiphysik.de/themenbereiche/lichtbrechung/ausblick
  • http://www.padi1990.homepage.eu/infos_ueber_diamanten_03985675.html
  • http://de.wikihow.com/Woran-man-erkennt-ob-ein-Diamant-echt-ist
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Diiodmethan
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Moissanit
  • http://suite101.de/article/diamant-und-brillant--echtheit-und-qualitaet-selbst-erkennen-a81719#.U_xq0mOh5OI
  • http://www.indimant.biz/fileadmin/bilder/PDFs/4.1_diamant_u_s_eigenschaften.pdf
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnes_Gew%C3%B6lbe#Neues_Gr.C3.BCne_Gew.C3.B6lbe
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Hope-Diamant
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Orlow-Diamant
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Excelsior_%28Diamant%29
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Golden_Jubilee
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Star_of_Sierra_Leone
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