Im Schmuckbereich gibt es viele unterschiedliche Begriffe, die mit der Oberflächenbeschaffenheit zusammenhängen. Damit Ihr nicht den Überblick verliert, geben wir Euch jetzt eine Erklärung, was den Unterschied zwischen poliertem und mattiertem Schmuck ausmacht.
Polierte Schmuckstücke
Die charakteristisch glatte Oberfläche entsteht bei Accessoires durch das Polieren. Dabei sorgt die ebenmäßige Struktur für ein angenehmes Tragegefühl und ist ein Qualitätsmerkmal. Die glatte Haptik wird beim Polieren auf unterschiedlichen Wegen und mit verschiedenen Werkzeugen erreicht. Zum einen verformt sich bei der Politur die Oberfläche des Materials, da die Spitzen, welche die Fläche rau machen, eingeebnet werden. Zum anderen wird auch ein minimaler Anteil des Werkstoffs abgetragen. Außerdem können auch Vertiefungen im Metall aufgefüllt werden. Der Glanz des Materials entsteht also durch die Glätte, die durch das Polieren auf der Oberfläche hervorgerufen wird. Schlämmkreide, Polierschiefer, Polierrotkuchen, Zinnasche oder Ceroxid sind beispielsweise feine Poliermittel, die für eine Politur verwendet werden. Die Mittel werden mit einem Tuch auf die jeweilige Oberfläche aufgetragen und durch rotierende Bewegungen verteilt. Leder-, Gummi- und Filzscheiben kommen ebenfalls häufig zum Einsatz.
Mattierter Schmuck
Das Mattieren ist ein Vorgang, bei dem einer Oberfläche ein mattes, glanzloses Aussehen verliehen wird. Für die Herstellung von zurückhaltendem Schmuck, der weniger glänzt und funkelt, ist das Mattieren ein unverzichtbarer Arbeitsschritt. Hierbei gibt es verschiedene Techniken und Oberflächen-Finishes, die wir Euch jetzt vorstellen.
Längsmatt
Ein sehr beliebtes Finish sind mattierte Oberflächen in Längsrichtung. Durch die feinen Striche wird die Farbe des Edelmetalls noch mehr betont, als es bei glänzenden Ringen der Fall ist. Die Oberfläche ist im Vergleich zu anderen Mattierungstechniken recht kontaktempfindlich, aber dafür sehr pflegeleicht. Während polierte Schmuckstücke sehr klassisch sind, wirken längsmattierte optisch natürlicher und ruhiger.
Quermatt
Die Mattierung verläuft quer von der einen Seite zur anderen. Es wird in der Regel keine zu feine Körnung gewählt, damit die einzelnen Striche noch zu sehen sind. Am besten ist dafür eine Polierbürste geeignet, damit das Finish etwas gröber wirkt. Das Besondere: Die Lichtreflexion ist hier sehr hell und verläuft über die gesamte Oberseite des Schmucks.
Diagonalmatt
Ähnlich wie bei den anderen mattierten Ringen ist der Farbton des Metalls bei diagonalmattierten Schmuckstücken viel ausdrucksstärker als bei polierten. Die Strichrichtung verläuft meist in einem 45° Winkel von der einen Seite zur anderen. Das Schmuckstück wirkt dadurch sehr modern und dynamisch.
Eismatt
Eismatter Schmuck ist elegant und ein ansprechender Blickfang. Die grob gebürstete Veredelungsart erzeugt eine Optik, als hätten sich Eiskristalle am Schmuckstück gebildet. Kleinere Gebrauchsspuren sind bei diesem Oberflächen-Finish kaum zu sehen. Da dieses Finish aber nur hauchdünn aufgetragen wird, nimmt der gebürstete Look mit der Zeit ab und der Schmuck kann eher glänzend aussehen.
Sandmatt, satiniert
Absolut im Trend liegen sandmattierte Schmuckstücke aufgrund der sehr hohen Kratzfestigkeit und der gleichmäßig erscheinenden Textur. Die Oberfläche wird durch Sandstrahlung mit Quarzsand bearbeitet. Dadurch bilden sich ringsum sehr kleine feine Pünktchen, welche dem Ring die charakteristische Sandoptik verleihen. Das Licht reflektiert nur sehr diffus und hat daher eine sehr zurückhaltende optische Erscheinung. Diese Art der Mattierung ist von allen matten Oberflächenstrukturen die am wenigsten kratzempfindliche.
Gehämmerte Accessoires
Bei polierten und mattierten Ringoberflächen wird die oberste Schicht nur hauchdünn bearbeitet. Dagegen wird bei gehämmerten Ringen die gesamte Struktur verändert. Mit einem kleinen Hammer werden händisch (sehr variabel) oder maschinell (sehr gleichmäßig) feine Vertiefungen in den Ring geschlagen, wodurch sich das Metall zusätzlich verhärtet. Die Größe dieser Dellen kann je nach Form des Hammers frei bestimmt werden und hat eine sehr natürliche und individuelle Erscheinung. Die Schmuckstücke können sowohl in gehämmert matt als auch in gehämmert poliert gefertigt werden. Die gehämmerte Optik bleibt sehr lange erhalten. Nach vielen Jahren nutzen sich die Facetten der Einschläge allmählich durch Reibung ab und die Struktur ist nicht mehr so deutlich zu erkennen wie zu Beginn, kann jedoch von Goldschmieden nachbearbeitet werden.
Jetzt haben wir Euch die Unterschiede zwischen den einzelnen Bearbeitungsmöglichkeiten von Schmuck erklärt. Wenn Ihr mehr Wissenswertes über die Schmuckwelt erfahren möchtet, dann schaut gerne einmal bei unserem Magazin und Schmucklexikon vorbei. Viel Spaß dabei!
